Frankfurter Neue Presse: "Jetzt gibt's Apfelwein auch als Schnaps"

Aktualisiert: 22. Nov.

Die Frankfurter Neue Presse hat Philipp und Christian interviewt und einen lesenswerten Artikel über Apfeltau, die Herstellung und die Geschichte dahinter geschrieben.


"SECKBACH - Start-up stellt den "Apfeltau" im Eisdestillationsverfahren her.


Philipp Mörschel und Christian Holzschuh kennen sich seit ihrer Schulzeitund sind gute Freunde. Eine Idee, die Mörschel sprichwörtlich "in der Schublade" aufbewahrte, bringt die beiden seit geraumer Zeit nun auch geschäft-lich zusammen. Sie gründeten mit beratender Unterstützung weiterer Freun-de in der Zeit der Corona-Pandemie ein Start-up, mit dem sie dem Frankfurter Nationalgetränk, dem Apfelwein, ein neues Gewand geben. "Apfeltau" nennen sie ihr Produkt, das durch ein spezielles Verfahren der Eisdestillationden Geschmack von traditionellem Ebbelwei in eine konzentrierte Formbringt.


"Die Idee hierzu habe ich schon seit dem Studium, seit gut zehn Jahren", erzählt Mörschel, der promovierter Chemiker ist. Auch wenn das Wort "Eisdestillation" an das Verfahren der Destillation erinnert, ist der Prozess, der für die Herstellung des Produkts angewendet wird, ein entgegengesetzter. Während bei der Destillation Inhaltsstoffe durch Verdampfung voneinander getrennt werden, gehen die beiden einen anderen Weg: "Wir destillieren nicht, sondern frieren Apfelwein ein", erklärt es Christian Holzschuh, der mit seiner Familie in Seckbach lebt und für die Öffentlichkeitsarbeit des Start-ups zuständig ist. Es sei ein mehrstufiger Prozess, bei dem das gefrorene Wasser, das im Apfelwein enthalten ist, weggenommen werde. "Bei uns bleibt aberalles drin und ist noch intensiver", sagt er. Je weniger Wasser, desto höher sei am Ende das Konzentrat. "Und je kälter der Einfrierungsprozess, desto höher ist der Alkoholgehalt", fügt Holzschuh hinzu.


Sauer, mild und lieblich

Als Grundlage für ihren "Apfeltau", den es in den Geschmacksrichtungensauer, mild und lieblich gibt, nutzen sie Apfelwein regionaler Keltereien "in gleichbleibender Qualität", wie Mörschel es formuliert, der seit seinem 18.Lebensjahr selbst gerne keltert. "Sauer" greift dabei den ursprünglichen Geschmack des Apfelweins auf - in noch konzentrierterer Form. Der "milde Apfeltau" soll diejenigen ansprechen, die es etwas weniger sauer lieben. Die liebliche Sorte geht in eine süßere Geschmacksrichtung und eignet sich zum Beispiel auch gut als Getränk zum Dessert oder für einen Aperitif wie den "Apfeltau Spritz". Geschmacklich geben sich somit Tradition und Moderne die Hand.


"Wir haben sehr lange ausprobiert, bis wir den Geschmack und auch den Alkoholgehalt so hatten, wie wir es uns vorgestellt haben", so Holzschuh. Als Testpersonen seien Freunde und Bekannte herangezogen worden. "Wir haben bei ihnen auch den Alkoholgehalt abgefragt und sind am Ende bei 21 Prozent angekommen", fügt er hinzu.


Auch bei der Namensgebung haben sich die beiden Gründer Unterstützung in der Familie und bei Freunden gesucht: "Wir haben Umfragen gemacht,und der Name Apfeltau hat uns am besten gefallen", so Holzschuh weiter. Dieser sei mittlerweile auch markenrechtlich geschützt. Der Sitz der Produktion ist in Hanau-Steinheim. Die beiden Start-up-Gründer sind in der Nachbarstadt zur Schule gegangen, Mörschel lebt dort auch heute mit seiner Familie.


Fans in allen Bundesländern

"Wie haben im Vorfeld viel Recherche betrieben, gerade auch, was die Verfahrensmethode betrifft", sagen die beiden weiter. "Soweit wir wissen, wird diese spezielle Methode bisher noch nicht für Apfelwein angewandt", betonen sie. Nicht nur im Rhein-Main-Gebiet, auch in anderen Bundesländern habe ihr Produkt schon Fans gefunden. Ein solcher ist auch Robert Gasser vom alteingesessenen Apfelweinlokal mit Kelterei "Zum Rad" in Seckbach, wo der Apfeltau bereits seit längerem ausgeschenkt wird und gut ankomme, wie der Gastronom erzählt.


Und noch etwas liegt Mörschel und Holzschuh am Herzen: die Natur. Deswegen legen sie Wert auf Regionalität und Nachhaltigkeit bei der Produktion ihres Produktes. Ein großes Anliegen ist ihnen dabei auch, sich für den Erhalt und Ausbau regionaler Streuobstwiesen starkzumachen. Gerne möchten sie neue Obstbäume pflanzen und damit einen Beitrag leisten, die Artenvielfalt zu stärken."


Frankfurter Neue Presse, Samstag 11.06.2022

6 Ansichten0 Kommentare

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen